Verband Ev. Kirchengemeinden in der Stadt Neuss

Religionsunterricht an den Berufskollegs

Grundlage

Die Arbeit am Berufskolleg trifft auf Menschen, die einer Vielzahl von Ansprüchen ausgesetzt sind: von der Zumutung lebenslangen Lernens über persönliche Vorstellungen von Lebensstandard bis hin zu den ständig steigenden Leistungsanforderungen der Ausbildungsbetriebe. Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler bringen zwar viel Selbstbewusstsein, aber wenig Selbstwertgefühl mit.
In dieser Situation hat die Arbeit am Berufskolleg in erster Linie die Aufgabe, Gottes Zuspruch als die "Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt" zu Gehör zu bringen. Daraus folgt eine innere Agenda, die das Vorfindliche als bloß vorletzte, nicht unbedingt geltende Wirklichkeit erkennen hilft.

Berufskolleg für Wirtschaft und Informatik
Weingartstr.
BTI Berufskolleg für Technik und Informatik
Hammfeld
Pfarrer Laubert Pfarrerin Dr. Werner

Pfarrer

Pfarrerin

Unterricht

Das bedeutet für den Unterricht, dass die nach den gültigen Richtlinien für den Evangelischen RU an den Berufskollegs grundsätzlich mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler ausgesuchten Themen von der Verheißung einer anderen Wirklichkeit (Zuspruch) her beleuchtet werden und Optionen anderen Handelns (Anspruch) eröffnen.

Seelsorge und Beratung

Das bedeutet über die Unterrichtsverpflichtung hinaus für Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen als Seelsorgerin und Seelsorger ansprechbar zu sein.

Die Schule als Gemeinde

Das bedeutet auch, Gottes befreienden Zuspruch gemeinsam zu feiern. (Schulgottesdienste, Advent-Event, Andachten usw.)

Aktuelle Herausforderungen

Seit dem einiger Zeit beobachten wir übereinstimmend einen zunehmend manifesten Antisemitismus vor allem unter den muslimischen Schülern. Ein wachsendes muslimisches "Wir-Gefühl" unterstellt mit zustimmendem Rückgriff auf Hitler und die nationalsozialistische Propaganda eine christlich-muslimische Verbrüderung gegen die Juden. Im Gefälle des Rheinischen Synodalbeschlusses zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden (1980) sehen wir es als unsere Aufgabe, uns gegen diese Verbrüderung ausdrücklich zu verwahren, antisemitische Tendenzen unter den Schülern aufmerksam zu beobachten und in geeigneter Weise zu thematisieren.
Dabei erscheint es vielversprechend, die gemeinsamen Wurzeln der drei abrahamitischen Religionen stark zu machen.

 

Religionsunterricht am Marie-Curie-Gymnasium

Grundlage

Der evangelische Religionsunterricht am Gymnasium begleitet Kinder und Jugendliche in einer wichtigen Zeit ihrer Identitätsfindung. Er eröffnet dabei einen eigenen Horizont des Weltverstehens. Der Unterricht nimmt Kinder und Jugendliche mit ihren Lebensfragen, Sorgen, Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen ernst und achtet sie als Mitgestalter/innen ihrer religiösen Alltagswelt.

Marie-Curie-Gymnasium
Pfarrerin Albrecht
Ulrike Albrecht
Pfarrerin

Unterricht

Im Rahmen des Bildungsauftrages des Gymnasiums legt der Religionsunterricht darum besonderen Wert auf die Verschränkung und wechselseitige Erschließung von Erfahrungen und Fragen der Schülerinnen und Schüler mit theologischen, religiösen und weltanschaulichen Deutungen der Wirklichkeit.

Seelsorge

Mit Gottes Hilfe kann es gelingen, Mauern zu überspringen und Steine aus dem Weg zu räumen. Schulseelsorge begreift die Schule als eine Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden. Sie versucht störende Mauern zu überwinden, Mut zu machen in schwierigen Situationen. Schulseelsorge ist dabei ansprechbar für Schülerinnen und Schüler aller Religionen, Lehrerinnen und Lehrer.

Schule als Gemeinde

Was im Unterricht erarbeitet wird- die hoffnunggebende Wirklichkeit Gottes zu entdecken- wird in Gottesdiensten und im spirituellen Miteinander erlebt und gefeiert. Hier begegnen sich Menschen, Lehrende und Lernende als Gemeinde an dem Ort, wo sie oft die meiste Zeit des Tages verbringen- in der Schule.

Aktuelle Herausforderungen

Aktuell sehen sich Lehrerinnen und Lehrer genau wie Schülerinnen und Schüler durch G8 und die Umstellung auf den „Ganztag“ in der Schule vor neue Herausforderungen gestellt. Die Belastungen für die Schülerinnen und Schüler wachsen, die Freiräume für die Freizeitgestaltung werden kleiner.

Der Religionsunterricht ist hier gefordert die Belastung der Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen und Räume zu eröffnen für Selbstreflektion und spirituelle Freiheit. Das Miteinander der Konfessionen und Religionen im Religionsunterricht bereichert dabei besonders das gegenseitige Verstehen und eröffnet neue Perspektiven.